Nächstenliebe und Selbstliebe
- Jutta Scharrenbroich

- 3. Juni 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Jan.
Nächstenliebe baut auf Selbstliebe auf.

Nächstenliebe und Selbstliebe – Mitgefühl bewusst leben
Nächstenliebe beginnt bei der Selbstliebe. Wer gut für sich selbst sorgt, kann anderen aufrichtig begegnen. Wie schon Seneca schrieb: Jeder ist aufgerufen, denen eine helfende Hand zu reichen, die sie benötigen.
Nächstenliebe zeigt sich darin, sich Menschen zuzuwenden, die in Not sind. Wegsehen oder passives Mitleiden ist wenig hilfreich. Auch Schuldzuweisungen an andere verschleiern nur die eigene Verantwortung. Echte Nächstenliebe entsteht aus tiefem Mitgefühl – der bewussten Wahrnehmung von Schmerz und Not, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Wie Nächstenliebe gelingt
Meine berufliche Laufbahn begann mit der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin – motiviert durch Mitgefühl und den Wunsch, Heilung zu unterstützen. Später führte mich mein Weg zur Heilpraktikerin und ehrenamtlichen Sterbe- und Trauerbegleiterin. All diese Erfahrungen haben mich gelehrt: Nächstenliebe gelingt nur, wenn man selbst gut für sich sorgt.
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Galater 5,14) – Selbstliebe ist keine Selbstsucht, sondern die Basis, um Mitgefühl wirksam zu leben. Sie bedeutet:
auf die eigenen Gefühle achten
die eigenen Kräfte bewusst einsetzen
Entscheidungen für Werte treffen und sie in hilfreiche Handlungen umsetzen
Mitgefühl statt Mitleid
Gut für sich selbst zu sorgen, schützt vor Erschöpfung und verhindert, dass Mitgefühl in Mitleid umschlägt. Mitgefühl erlaubt:
wahrzunehmen, was wirklich gebraucht wird
die Hand zu reichen, Trost zu spenden, zuzuhören
Grenzen zu achten und bei Bedarf Unterstützung hinzuzuziehen
Mitgefühl ist jenseits von Vorwurf, Klage oder Bewertung. Es ermöglicht, anderen zu helfen, ohne sich selbst zu verlieren.
Praktische Wege zur Selbstliebe und Selbstfürsorge
Meine eigene Praxis zeigt, wie Selbstliebe und Mitgefühl Hand in Hand gehen:
Zeit für sich selbst nehmen, in sich hineinhören und Impulse aufnehmen
Ruhe und Regeneration aktiv einplanen
frische, regionale Lebensmittel nach Jahreszeit genießen
Bewegung in der Natur: gehen, schwimmen, Qi Gong
Meditation und Sitzungen in der Stille
philosophische und spirituelle Texte lesen und reflektieren
Handauflegen – als Geben und Empfangen zugleich
Dankbarkeit üben, morgens, abends und zwischendrin
Freude am Leben mit Familie, Freunden, Tieren und der Natur
All diese Elemente stärken meine innere Balance und ermöglichen mir, meine helfende Hand bewusst zu geben.
Einladung zum Mitmachen
Wie sorgen Sie gut für sich? Wie praktizieren Sie Mitgefühl im Alltag? Ich lade Sie ein, über Ihre Erfahrungen nachzudenken – und bei Interesse Selbstsorge durch Handauflegen kennenzulernen.
Hinweis
Dieser Beitrag dient der Information und Anregung zur Selbstfürsorge. Er ersetzt keine medizinische oder therapeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheiten besprechen Sie Veränderungen bitte mit Ihrer behandelnden Fachperson.




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