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Gehen als Selbstfürsorge

Aktualisiert: 10. Jan.

Gehen – eine stille Form der Selbstfürsorge

Gehen ist die ursprünglichste Art der Fortbewegung des Menschen – und zugleich eine der einfachsten Formen von Selbstfürsorge.Es braucht nicht viel: wetterfeste Kleidung, bequeme Schuhe – und die Bereitschaft, einen Schritt vor den anderen zu setzen.

orange farbene Wanderschuhe in einer Pfütze

Seit jeher haben sich Menschen gehend die Welt erschlossen. Sie sind über Länder und Kontinente gewandert, haben Landschaften durchquert und sich dabei als Teil der lebendigen Natur erfahren. Dieses Wissen liegt noch immer in unseren Genen. Wenn wir gehen, erinnern wir uns.

Einfach hinausgehen – an die frische Luft.In den Wald, über Felder, entlang von Flussauen oder durch den Park. Auch ein Gang durch das eigene Viertel kann zu einer Entdeckungsreise werden, wenn wir wahrnehmen, statt nur anzukommen.


Gehen bewegt mehr als den Körper

Wer das Gehen regelmäßig in seinen Alltag integriert, tut sich damit oft mehr Gutes, als es jede Wunderpille könnte:

  • Muskeln und Gelenke werden gelockert – ebenso die Gedanken

  • Durchblutung und Sauerstoffversorgung verbessern sich im ganzen Körper

  • die Atmung vertieft sich

  • Lymphfluss und Darmtätigkeit werden angeregt

  • das Immunsystem wird gestärkt

  • Ruhe, Gelassenheit und innerer Abstand zum Alltag stellen sich ein

Gehen bringt in Bewegung, was stagniert – körperlich wie seelisch.

Ein Selbstversuch kann aufschlussreich sein:Was verändert sich, wenn Sie drei Wochen lang jeden Tag mindestens 30 Minuten gehen?


Walk and Talk – Gedanken kommen in Bewegung

Der Begriff Walk and Talk stammt aus dem englischen Sprachraum und bedeutet schlicht: Gehen und Sprechen.Doch dahinter steckt mehr als ein nettes Konzept.

Beim Gehen entstehen rhythmische Schwingungen, die von den Füßen ausgehend über Beine, Wirbelsäule bis ins Gehirn weitergeleitet werden. Jede Zelle wird besser mit Sauerstoff versorgt – für das Gehirn eine echte Frischzellenkur. Gedanken kommen in Bewegung, lassen sich betrachten, sortieren, neu ordnen.

Gespräche im Gehen öffnen oft andere Räume als Gespräche im Sitzen. Selbst schwierige oder unangenehme Themen finden leichter Worte, wenn der Blick über Bäume und Sträucher schweifen darf und der Körper in Bewegung ist.Sitzen hingegen verfestigt oft Stagnation. Gehen erweitert den Horizont – innerlich wie äußerlich.

Und manchmal braucht es gar keine Worte.Manches klärt sich im Dasein.


Gehen mit allen Sinnen

Gehen ist ein Wunderwerk der Biomechanik.Der bewusste Kontakt der Fußsohlen mit dem Untergrund, das Abrollen über viele kleine Gelenke, die Bewegungskette über Knie, Hüften und Wirbelsäule bis hinauf zum Kopf – alles greift ineinander, balanciert, reguliert, belebt.

Dabei geschieht eine stille Kommunikation:zwischen dem Tastsinn der Füße, den Augen, den Ohren – und dem Gleichgewichtssinn, der ebenfalls im Ohr beheimatet ist.

Lauschen Sie den Geräuschen entlang Ihres Weges:dem Knirschen von Kies, dem Wind in den Blättern, Vogelstimmen, entfernten Straßen oder einem Flugzeug am Himmel.Nehmen Sie die Gerüche wahr – Wald, Feld, Stadt, Sommer, Regen.Lassen Sie den Blick schweifen. Überanstrengte Augen dürfen sich entspannen und regenerieren.

Ohne Podcast, ohne Musik, ohne Ablenkung.Nur gehen und wahrnehmen.


Gehen als Weg aus der Starre

Viele Beschwerden unserer Zeit stehen in Zusammenhang mit Bewegungsmangel und innerem Stillstand:Nacken- und Schulterverspannungen, Rückenschmerzen, Hüft- und Knieprobleme, Verdauungsstörungen, Blutdruckschwankungen, Kopfschmerzen, Gedankenflut, Niedergeschlagenheit.

Regelmäßiges Gehen kann helfen, diese Staus zu lösen – sanft, natürlich und nachhaltig.

Auch die Anthropologie bestätigt den besonderen Wert des Gehens: Mit dem aufrechten Gang veränderte sich nicht nur der Bewegungsapparat des Menschen, sondern auch die Struktur und Größe des Gehirns. In der Philosophie wird der Zusammenhang zwischen Gehen und Denken seit der Antike beschrieben – bis in die Gegenwart hinein.

Gehen bewegt Körper, Geist und Seele. Es ist ein einfacher, stiller und kraftvoller Weg der Lebenspflege. Gehen als Selbstfürsorge. Einfach losgehen.


Wenn Sie Gehen als bewussten Weg der Selbstfürsorge vertiefen möchten, begleite ich Sie gerne – im Gespräch, im Gehen oder im gemeinsamen Innehalten. => Kontakt


Wenn Sie sich für weitere Impulse zur Lebenspflege und Selbstfürsorge interessieren, lade ich Sie herzlich ein, meine monatliche Infopost für Lebens- und Gesundheitspflege zu abonnieren.


Hinweis

Dieser Beitrag dient der Information und Anregung zur Selbstfürsorge. Er ersetzt keine medizinische oder therapeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheiten besprechen Sie Veränderungen bitte mit Ihrer behandelnden Fachperson.


 
 
 

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