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Vertrauen

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Vertrauen

Winterblüte

Wie ist es, wenn Vertrauen dich durch den Tag führt? Wenn weder Eile, nocht Druck und auch nicht das ständige Hinterfragen den Ton angeben, sondern ein leises inneres Wissen:

Es ist gut so, wie es ist.

Vertrauen kann dort die Ungeduld ablösen, wo ich alles gut angelegt und vorbereitet habe – und nun warten darf. Warten, ohne innerlich zu ziehen oder zu drängen. Warten, weil manches nicht schneller reift, nur weil ich es möchte. Vertrauen erinnert mich daran, dass Prozesse ihre eigene Zeit haben.

Doch traue ich mich überhaupt zu vertrauen? Wie kann ich vertrauen in einer Welt, die voll ist von Zerstörung, Gewalt und Lüge?

Ich finde Antworten, wenn ich nach innen schaue. Wenn ich mir der Lebenskraft in mir bewusst werde – jener Kraft, die alles erschafft, erhält, vergehen lässt und immer wieder neu hervorbringt. Sie wirkt still, unaufhaltsam, jenseits von Bewertungen. Sie war da vor mir und wird nach mir da sein, und jetzt lebt sie in mir.

Der Blick in die Natur lehrt mich dieses Vertrauen. Das ständige Werden und Vergehen. Ein Blatt, das wächst, sich verfärbt und fällt. Ein Same, der im Dunkeln keimt. Ein Vogel, der sich keine Sorgen um das Futter von morgen macht.

Darin liegt ein Urvertrauen – nicht naiv, sondern tief. Ein Wissen darum, dass alles eingebettet ist in größere Zusammenhänge. Dass nichts verloren geht. Dass nichts umsonst gewesen ist, auch wenn der Tod ein Ende setzt.


Ich bin hier. Jetzt. Ich bin das Ergebnis der Vergangenheit und entfalte mich weiter. Ich bin Teil dieser Welt, hinterlasse meine Spuren – sichtbar und unsichtbar. Immer.


Und so suche ich die Verbindung zum Göttlichen, zur Lebenskraft in allem, was ist. Nicht, um Antworten zu erzwingen, sondern um zu lauschen, zu hören, still zu werden, mich erinnern zu lassen.

Zu vertrauen auf das, was größer ist als ich –und zugleich durch mich wirkt.


Ein Text von Sören Kierkegaard erscheint mir passend zu meinen Gedanken, ja vielleicht wurden sie davon inspiriert?


Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still.

Ich wurde - was womöglich ein noch größerer Gegensatz zum Reden ist - ich wurde ein Hörer.

Ich meinte erst, Beten sei Reden.

Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören.

So ist es: Beten heißt nicht,  sich selbst reden hören, sondern beten heißt:

Still werden und warten, bis der Betende Gott hört.


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Falls Sie Ihre Gedanken dazu mit mir teilen möchten oder Fragen entstanden sind, erreichen Sie mich hier.



 
 
 

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