Weniger essen, mehr spüren: Zurück zur natürlichen Lebenspflege
- Jutta Scharrenbroich

- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Ein oft unterschätzter Aspekt der Lebenspflege ist das ständige Essen.
Überall und zu jederzeit steht uns Essen zur Verfügung. Im Büro stehen neben der Kaffeemaschine diverse Variationen von Süßigkeiten, eine Kollegin oder ein Kollege hat gefühlt immer Geburtstag und bringt was zum Essen mit, auf Fortbildungen gibt es auch stets die netten Unterbrechungen mit kleinen Snacks, beim Einkaufen in der Stadt lockt uns der Duft aus der Bäckerei, eines der frischen Teilchen mitzunehmen usw.
Doch ist das alles wirklich so gut wie es gemeint ist? Entspricht es der natürlichen Weise, sich zu ernähren? Dabei schaue ich gerade mal nicht auf die Qualität der einzelnen Snacks sondern schlicht auf die Menge und Frequenz.
Für den menschlichen Körper ist es seit Urzeiten ein Überlebensvorteil gewesen, mit langen Phasen ohne Nahrung zurecht zu kommen.
Wetterkapriolen, fehlendes Jagdglück und Missernten haben es erforderlich gemacht, mit weniger Mahlzeiten am Tag auszukommen und auch mit kleineren Mengen, manchmal gab es auch tagelang nichts zu essen.
Ein sehr interessantes Buch zu dieser Thematik hat den provokanten Titel „Wir fressen uns zu Tode“ von Galina Schatalova, einer russischen Ärztin. Sie vermittelt darin fundiertes, auf Fakten gestütztes Wissen.
Wer kennt denn heute noch das Gefühl von echtem Hunger in unserer Wohlstandsgesellschaft?
Wer kann Hunger von Esslust unterscheiden? Emotionales Essen als Trostpflaster für Stress, Kummer und Frust ist an der Tagesordnung.
Und genauso steht es mit dem Gefühl der Sättigung.
Ich meine nicht das Völlegefühl oder das „ich kann nicht mehr“ sondern dieses zarte Gefühl, an dem es eigentlich schon reicht. Die Wahrnehmung für diesen Punkt ist übertüncht, weil Essen seltener als einzelne Aktion in ruhiger Atmosphäre an einem schön gedeckten Tisch stattfindet. Wer essen nebenher praktiziert verliert diese Wahrnehmung aus mangelnder Aufmerksamkeit heraus.
Eine Rückbesinnung auf etwas sehr Einfaches könnte diese Dauerschleife des Essens durchbrechen:
3 Mahlzeiten am Tag.
Esspausen dazwischen.
Ein Teller pro Mahlzeit – kein "Nachschlag“.
Ausgiebiges Kauen.
Bewußt hinein spüren, das Besteck mal an Seite legen, kurz abwarten und dem zarten Gefühl von „es ist genug – ich bin satt“ die Gelegenheit geben, wahrgenommen zu werden.
Erst nach etwa 15 Minuten stellt sich etwas ein, das wir kaum noch kennen: Zufriedenheit.
Weniger Essen - mehr Bewusstsein und auch mal echten Hunger wieder zulassen und wahrnehmen. In dem Wissen: "Gleich gibt es eine gute, nährende Mahlzeit" – kann ich dieses Hungergefühl auch als positives Signal erkennen, denn wenn Magen und Dünndarm leer sind, beginnt dort ein natürliches Reinigungsprogramm:
MMC = migrating motor complex.
Das ist ein zyklisches Reinigungsprogramm, das Magen und Dünndarm automatisch durchlaufen lassen, wenn die letzte Mahlzeit verdaut ist. Es dient der Reinigung und Pflege des Verdauungstrakt. Ein anschauliches Bild hierfür ist der „Hausmeister“, er sorgt dafür, dass alles intakt ist und bleibt, räumt unverdauliche Reste, Bakterien und Schleim auf und verhindert somit eine bakterielle Fehlbesiedelung insbesondere im Dünndarm. Wenn wir unsere Mülltonnen im Keller nicht regelmäßig zur Entleerung an die Strasse stellen, breiten sich auch unangenehme Gerüche und Ungeziefer aus.
Dieses natürliche Reinigungsprogramm wird sofort unterbrochen sobald wir etwas essen oder trinken, was Zucker oder andere nahrhafte Substanzen enthält. Eine Esspause von 4 -5 Stunden zwischen den Mahlzeiten ist daher enorm wichtig.
Was passiert, wenn Menschen das ignorieren, sehe ich bei meiner Arbeit als Heilpraktikerin: entzündliche Erkrankungen des Verdauungstrakt, Magenschleimhautreizung, Reizdarmsyndrom, Nahrungsunverträglichkeiten usw. können entstehen.
Uraltes Erfahrungswissen der Menschheit
In den Berichten vieler hundertjährige Menschen in den sogenannten „Blue Zones“ finden sich immer wieder Hinweise darauf, dass sie sich meist nicht ganz satt gegessen haben, sie folgen einem feinen Gespür für sich selbst, ganz intuitiv.
Hier geht es nicht um einen neuen „Ernährungsplan“ sondern eher um eine Rückkehr zu etwas, das wir bereits seit Urzeiten in uns tragen, altes Erfahrungswissen der Menschheit.
Rhythmus
bewußte Selbstwahrnehmung.
Mehr Vertrauen in den eigenen Körper.
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