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  • Jutta Scharrenbroich

Vom Gehen

Aktualisiert: 19. Aug. 2021


Gehen ist die ursprünglichste Art der Fortbewegung des Menschen, und der stärkste Antrieb für körperliche und geistig-seelische Gesundheit.

Einfach losgehen, nur gehen und wahrnehmen, ohne Podcast, Hörbuch oder Musikstreams.


Den Schritt wahrnehmen, den Kontakt der Fußsohlen mit dem Untergrund, das Abrollen der Füße, die aus so vielen kleinen Gelenken bestehen, die alle zusammen das Abrollen erst ermöglichen, die Bewegungskette, die sich anschließt über Knie, Hüften, Wirbelsäule bis hinauf zum Kopf. Es ist ein Wunderwerk der Biomechanik, wie alles zusammenspielt, sich befördert, ausbalanciert und anregt.

Gehen ist Kommunikation zwischen dem Tastsinn der Füße, den Augen und den Ohren in gleich zweifachem Sinn: sie hören die Umgebungsgeräusche und beherbergen den unverzichtbaren Gleichgewichtssinn. Wie ist der Weg? Welche Anpassungen sind nötig, ihn sicher bis zum Ziel zu gehen? All das geschieht im Hintergrund, unbeachtet. Erst wenn es hapert, fällt dem Geher etwas auf oder auch nicht, denn aus dem ehemals Vielgeher Mensch ist ein überwiegend Sitzender geworden.

Lauschen Sie auf die Geräusche entlang des Weges: eine befahrene Strasse in einiger Entfernung, ein Flugzeug in noch größerer Entfernung, das Knirschen von Kies unter den Sohlen, Vogelgezwitscher, der Wind in den Blättern der Bäume, vielleicht das Blöken von Schafen, Summen von Insekten usw.

Gerüche sind im Wald anders als in der Stadt, auf dem Feld, an der Autobahnraststätte oder im Stadtpark.

Der Blick weitet sich, schweift umher, verweilt da, wo es ihm gefällt. Von Bildschirmarbeit und dem Lesen kleingedruckter Texte überanstrengte Augen beruhigen und regenerieren sich.

Während all das innerlich geschieht, setzen wir einen Schritt vor den anderen, bewegen uns fort, weg von Starre und Stillstand, lösen den Stau in Körper und Geist auf.


Schulter – Nacken – Verspannungen, Rückenschmerzen, Hüft- und Knieprobleme,

Verdauungsstörungen, zu hoher genauso wie zu niedriger Blutdruck und Puls, Kopfschnerzen, Gedankenflut, Niedergeschlagenheit uvm. können sich durch regelmäßiges Gehen lösen.


Anthropologie ist die Wissenschft vom Menschen und kann differenziert werden in biolgische und philosophische A.nthropologie.

In beiden Aspekten ist der besondere Wert des Gehens erkennbar.

Indem der Mensch in seiner biologischen Entwicklung vom Vierfüßler zum Zweifüßler mutierte, veränderte sich nicht nur der Körperbau des Bewegungsapparates sondern es entstand ein einzigartiger Struktur- und Größenwandel des menschlichen Gehirns.

In der Philosophie wird der positive Einfluß des Gehens auf unsere Gedanken von der Antike bis in die Gegenwart hinein beschrieben.

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