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Nächstenliebe und Selbstliebe




Ausgangspunkt für meine heutigen Überlegungen sind "Worte der Weisheit"

So heißt es bei Seneca, jeder sei aufgerufen, denen eine helfende Hand zu reichen, die ihrer bedürfen.

Nächstenliebe drückt sich darin aus, sich denen zuzuwenden, die in Not sind. Wegsehen und Mitleiden sind weder hilfreich noch dienlich.

Anderen die Schuld für das Elend der Welt zuzuschieben ist eine gängige Praxis verbunden mit Äußerungen wie "ich leide so sehr darunter und kann es nicht ändern".

Was dagegen hilfreich ist, ist mein tief empfundenes Mitgefühl für den Schmerz und die Not anderer. Aus diesem Mitgefühl heraus kann ich helfen und unterstützen, in Familie, Nachbarschaft, Freundeskreis, Wohnviertel, Gemeinde ...


Wie gehe ich mit Nächstenliebe um?

In jungen Jahren habe ich den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin erlernt. Eine starke Motivation für diese Berufswahl ist mein Mitgefühl für kranke Menschen gewesen und mein Wunsch, Teil der Genesung zu sein. Jahre später haben mich diese Beweggründe zum Beruf der Heilpraktikerin geführt und meiner ehrenamtlichen Tätigkeit der Sterbebegleiterin.


Wie übe ich mich in Nächstenliebe?

Ich lasse zu, dass mich andere Menschen berühren und nehme meinen Platz in der Welt wahr, und ich habe gelernt, gut für mich selbst zu sorgen. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Galater 5,14) steht in der Bibel geschrieben. Ohne Selbstliebe gibt es keine Nächstenliebe.

Die Selbstliebe oder auch Selbstsorge ist eine Aufgabe, der sich jeder Mensch zuwenden darf, nicht aus Selbstsucht oder Egoismus heraus. Selbstsorge bedeutet meiner Meinung nach, auf mich und meine Gefühle zu achten, mit meinen Kräften zu haushalten, mich selbst zu hinterfragen, mich für Werte zu entscheiden und sie in hilfreiche Handlungen umzuwandeln. Durch meine Selbstwahrnehmung komme ich zur Wahrnehmung anderer, bin Teil der Gesellschaft, kann Mitgefühl entwickeln und ihm Raum geben.

Ich sorge gut für mich, damit aus dem mitunter auch schmerzhaften Mitgefühl nicht Mitleid entsteht. Mitleid schwächt mich, Mitgefühl hingegen ermöglicht mir, wahrzunehmen was ist, dasjenige zu tun, was dem anderen Menschen hilfreich und dienlich ist. Tiefes Mitgefühl ist jenseits von Vorwurf, Klage, Rechthaberei und jeder Form von Bewertung und Belehrung.

Im Mitgefühl reiche ich meine Hand, spende Trost, höre zu. Ich wende mich nicht ab, wenn es schwierig wird, nehme es nicht persönlich, wenn Vorwürfe und Wut zum Ausdruck gebracht werden, ziehe Hilfe hinzu, wenn es für mich allein zu schwer wird.


Wie sorge ich gut für mich?

  • Ich verbringe Zeit mit mir selbst, lausche in mich hinein, gebe der inneren Stimme Gelegenheit, von mir gehört zu werden und mich zu inspirieren

  • Vertrauen in Gott, Ich bin, Alles was ist ...

  • ausreichende Ruhezeiten stärken und regenerieren mich

  • angemessener Verzehr frischer Lebensmittel möglichst aus der Region und nach Jahreszeiten nähren mich

  • ich bin in Bewegung in der Natur: gehen, schwimmen, QiGong helfen mir dabei

  • Übung der Praxis des Sitzens in der Stille in der Gemeinschaft mit anderen Menschen

  • das Lesen philosophischer und spiritueller Texte, die Entwicklung eigener Gedanken dazu und die Reflexion der Gedanken und Gefühle durch Gespräche und das Schreiben eigener Texte

  • Erfahrung von Handauflegen

  • die tägliche Praxis der Dankbarkeit, morgens beim Erwachen, abends vorm Einschlafen und auch zwischendrin

  • ich liebe mein Leben mit Familie, Freunden, Mitmenschen, Pferd und Hund … , den Elementen der Natur


All das ermöglicht mir, meine helfende Hand zu reichen, denen die sie annehmen wollen.


Wie sorgen Sie gut für sich? Und wie praktizieren Sie Mitgefühl?








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